Es ist spät am Abend. Das Licht im Kinderzimmer ist aus, doch das Handy leuchtet noch. Eine neue Nachricht erscheint, ein kurzer Blick, dann Tränen. „Warum schreibt sie das über mich?“ Für viele Kinder und Jugendliche ist das kein Einzelfall. Cybermobbing, Gruppendruck und ständige Erreichbarkeit gehören heute zum Alltag. Eltern stehen oft hilflos daneben und fragen sich, wie sie helfen können. Häufig bekommt man solche Fälle erst mit, wenn es zu spät ist und das Kind bereits negative Erfahrungen gemacht hat. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Kinder eigenständig wissen, an wen sie sich wenden können. Wenn sie die Möglichkeit haben, sich anonym und vertrauensvoll Unterstützung zu holen, bevor die Situation eskaliert, kann das entscheidend sein, besonders dann, wenn sie sich aus Scham ihren Eltern zunächst nicht anvertrauen wollen.
An dieser Stelle treffen zwei Wege aufeinander. Kidgonet begleitet Familien mit digitalen Lösungen, Nummer gegen Kummer unterstützt sie mit persönlicher Beratung. Zusammen sorgen sie dafür, dass Kinder und Eltern sich in der digitalen Welt sicher und verstanden fühlen.
Kurze Vorstellung von Kidgonet und Nummer gegen Kummer
Die „Nummer gegen Kummer“ ist ein deutschlandweites Beratungsangebot, das sich an Kinder, Jugendliche und Eltern richtet, die in schwierigen Situationen Unterstützung und Beratung suchen. Sie bietet eine vertrauliche, kostenlose und anonyme Beratung durch geschulte Ehrenamtliche. „Nummer gegen Kummer“ bildet gemeinsam mit klicksafe und den Meldestellen eco, fsm und jugendschutz.net das deutsche Safer Internet Centre.
Kidgonet ist eine Kinderschutz App, die Familien dabei unterstützt, den digitalen Alltag sicher und ausgewogen zu gestalten. Eltern können festlegen, wie lange Kinder ihre Geräte nutzen dürfen, unangemessene Inhalte blockieren und gemeinsam passende Medienregeln aufstellen. So schützt Kidgonet nicht nur, sondern fördert auch den offenen Austausch über digitale Medien. „Wir haben es uns zum Ziel gemacht, dass Kinder in der digitalen Welt genauso sicher unterwegs sind wie auf dem Weg zur Schule.“ — Moritz Hutzler, Co-Founder von Kidgonet
Gemeinsame Mission: Kinder und Eltern im digitalen Raum stärken
Kinder und Jugendliche können sich an die Angebote der „Nummer gegen Kummer“ wenden, wenn sie Sorgen oder Probleme haben – egal um was es geht. Da digitale Medien aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken sind, gehören auch Themen rund um diese dazu. Liebe und Sexualität online, aber auch (Cyber)-Mobbing und Erpressung mit intimen Bildern sind Themen, die die Ratsuchenden beschäftigen. Wenn Kinder und Jugendliche sich entscheiden, die „Nummer gegen Kummer“ zu kontaktieren, ist meist schon etwas vorgefallen und die Ratsuchenden suchen emotionale Entlastung und Unterstützung bei möglichen nächsten Schritten.
Wie Kidgonet und Nummer gegen Kummer Kindern helfen, Gehör zu finden
In der Kidgonet App können Kinder zunächst ein paar Fragen beantworten, um ihre Situation besser zu verstehen, und anschließend direkt bei „Nummer gegen Kummer“ anrufen. Dadurch wird der Schritt, sich Hilfe zu holen, einfacher und natürlicher.
Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass Kinder, Jugendliche, aber auch Eltern die Angebote der „Nummer gegen Kummer“ kennen und im Ernstfall nutzen können. Die Integration in Angebote des technischen Jugendmedienschutzes ist deshalb sehr sinnvoll. Die Kidgonet App schützt Kinder und unterstützt Eltern gleichermaßen. Das ganzheitliche Angebot der „Nummer gegen Kummer“ verfolgt dasselbe Ziel und bietet niedrigschwellige Unterstützung für die ganze Familie.
Herausforderungen für Kinder und Eltern in der digitalen Welt
Kinder und Jugendliche werden in der digitalen Welt mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen und Problemen konfrontiert. Ratsuchende, die sich an das Kinder- und Jugendtelefon oder die Online-Beratung wenden, sind z.B. von (Cyber)Mobbing betroffen, wurden mit intimen Bildern erpresst oder sind belastet durch einen Strom an beunruhigenden Nachrichten. Oft haben die Ratsuchenden dann schon viel versucht, um ihre Situation zu verbessern. Trotzdem erleben sie Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Machtlosigkeit. Die Berater*innen hören ihnen dann zu und überlegen gemeinsam, was helfen und der ratsuchenden Person guttun könnte. Gerade schambehaftete Themen können oft leichter mit einer neutralen Person besprochen werden. Manchmal fehlen aber auch einfach Ansprechpersonen im direkten Umfeld.
Eltern, die sich an das Elterntelefon wenden, berichten häufig von Überforderung, haben schon viel probiert und kommen einfach nicht weiter. Ein Blick von außen auf die Situation gemeinsam mit den Berater*innen kann dann helfen. Oft geht es auch darum, wie Eltern ihren Kindern einen medienkompetenten Umgang z.B. mit sozialen Medien vermitteln können.
Warum niedrigschwellige Unterstützungsangebote so wichtig sind:
Niedrigschwellige Unterstützungsangebote sind wichtig, damit Kinder und Jugendliche, egal worum es geht, eine Ansprechperson haben. Anonymität ist dabei besonders wichtig und kann Hürden abbauen. Aber auch Eltern kann es den Weg ebnen, um mit einem schwierigen Thema Unterstützung zu finden.
Wie Kinder und Eltern die Angebote von Kidgonet und Nummer gegen Kummer im Alltag nutzen können
Die Angebote der „Nummer gegen Kummer“ sind im Alltag niedrigschwellig erreichbar.
- Das Kinder- und Jugendtelefon (116 111) ist montags bis samstags jeweils von 14 bis 20 Uhr erreichbar.
- Informationen zur Online-Beratung finden sich auf unserer Webseite unter www.nummergegenkummer.de.
- Das Elterntelefon (0800 111 0550) ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und dienstags und donnerstags bis 19 Uhr aktiv.
Tipps, wie Familien gemeinsam Medienkompetenz stärken und bei Problemen Unterstützung finden
Aus Sicht der „Nummer gegen Kummer“ ist es wichtig, Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag mit digitalen Medien zu begleiten und im Austausch zu bleiben. Gemeinsam können neue digitale Spiele getestet oder Kinder ihren Eltern erklären, warum sie bestimmte Apps lieber nutzen als andere. Zusätzlich gibt es zahlreiche Angebote, die die Medienkompetenz von Familien stärken und auch Spaß machen. Hilfreich sind z.B. die Angebote von klicksafe, Schau-Hin oder auch Gutes Aufwachsen mit Medien. Tauchen Unsicherheiten oder Fragen auf, bieten diese Seiten hilfreiche Informationen. Sind Kinder z.B. von (Cyber-)Mobbing betroffen, macht es immer Sinn Kontakt mit Lehrkräften, Schulsozialarbeiter*innen oder auch anderen Eltern aufzunehmen. Darüber hinaus bieten niedrigschwellige Beratungsangebote wertvolle Begleitung bei Sorgen und Problemen. Die Berater*innen der „Nummer gegen Kummer“ können hier weitere Ansprechpersonen nennen oder auch auf Hilfe vor Ort verweisen.